Ideenmanagement

Es gibt nichts schöneres als Widerstand. Es ist der Bruder der Innovation.

Das alarmierende Befragungsergebnis der Akademie für Führungskräfte der Wirtschaft: "Manager haben keine Zeit für innovative Ideen."

 

Bei der Umsetzung innovativer Ideen in Unternehmen stehen sich Manager meist selbst im Weg. Führungsmangel, organisatorische Schwächen, persönliche Probleme von Führungskräften und Widerstände gegen Veränderungen, auf diesen vier Ebenen entwickeln sich die größten Hürden für Neuerungen.

 

Zu diesem Ergebnis kommt die Akademie für Führungskräfte der Wirtschaft nach einer Befragung von 246 leitenden Mitarbeitern deutscher und österreichischer Unternehmen. Die Befragten nannten insgesamt 21 Hürden, die den Neuerungswillen in Firmen blockieren. Demnach beklagten 60 Prozent der Manager, keine Zeit zu haben, innovative Gedanken reifen zu lassen; jeweils 58 Prozent kritisierten ungenügende Ressourcen für innovative Arbeiten und eine zu langsame Umsetzung innovativer Vorschläge. Daß dabei der Weg vom Einbringen der Idee bis zur Umsetzungserlaubnis sehr kompliziert und aufwendig sei, bemängelten 47 Prozent. Auch werde die Umsetzung qualifizierter Vorschläge von Teilen des Managements hinausgezögert oder verhindert (43%). Mehr als die Hälfte der Führungskräfte (57%) wünschte sich den stärkeren Einsatz von Kreativitätstechniken, wie Brainstorming. Über "zu wenig Möglichkeiten, sich fachübergreifend, zum Beispiel in Projektgruppen, offen auszutauschen", klagten 50 Prozent der Befragten. Moniert (53%) wurde außerdem, daß sich Mitarbeiter für innovative Weiterentwicklungen in ihrem Bereich zu wenig verantwortlich fühlten. Weitere Innovationshürden: die unklare Zielsetzung für innovative Projekte durch den Auftraggeber (40 %), zu wenig Kompetenzen und Freiräume der Mitarbeiter (43%), falsch organisiertes Vorschlagswesen (39 %), kritische Fragen und Querdenken" werden als Störung empfunden (39%).

 

Deutliche Unterschiede zeigt die Studie bei den Antworten von Führungskräften und denen der unmittelbaren Untergebenen. So meinten 77 Prozent der Mitarbeiter, sie würden von ihren Vorgesetzten zu wenig ernst genommen, unter den Führungskräften waren "nur" 66 Prozent dieser Ansicht. Und während 70 Prozent der Mitarbeiter überzeugt waren, die kollegiale, ressort- übergreifende Zusammenarbeit funktioniere nicht, bestätigten lediglich 58 Prozent der verantwortlichen Führungskräfte dieses Defizit. 56 Prozent der Chefs gaben zu, daß besonders innovationsfreudige Mitarbeiter zu wenig gefördert wurden, die Mitarbeiter selbst erkannten hier einen höheren Änderungsbedarf (69 %).

 

Die unsinnige Zusammensetzung innovativer Projektgruppen gab immerhin bei 48 Prozent der Manager Anlaß zur Kritik, bei deren engeren Mitarbeitern fühlten sich sogar 65 Prozent betroffen. Schließlich glaubten 47 Prozent der Mitarbeiter, daß aus Angst vor Ideendiebstahl keiner gerne seine Vorschläge artikuliere; nur 38 Prozent der Vorgesetzten wollten dies bestätigen. Da Innovationen eine der wichtigsten Aufgaben der Zukunftssicherung von Unternehmen sein wird, müßte die Studie die Unternehmensleitungen sehr nachdenklich stimmen.

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