Krisenmanagement als Reputations-Versicherung

Die meisten Krisensituationen, die ein Unternehmen erfassen kann, kommen vielleicht über Nacht, sind aber durch entsprechendes Vorausdenken und Planung in ihrer Wirkung eingrenzbar. Die Bandbreite der möglichen Krisen hat sich allerdings dramatisch erweitert, die Einschätzung, was ernsthaften Einfluß auf die Unternehmensperformance hat und was nicht, ist schwieriger geworden.

Die Zeiten da Krisenmanagement und deren Vorsorge vornehmlich auf heikle Industriezweige wie Chemie, Erdöl, Pharma, oder sonstige umweltbelastende Industrien beschränkt waren sind vorbei. Je mehr Shareholder Value zählt, desto wichtiger wird die Beachtung möglicher Krisenursachen. Die Liste der Möglichkeiten ist vielfältiger geworden, belegt eine internationale ENTENTE-Studie.

 

Die Krisenbilder haben sich in den 90-er Jahren gewandelt bzw. ergänzt. Waren es früher in erster Linie Umweltunfälle oder substantielle Produktprobleme, die die Unternehmen in eine Reputationskrise gestürzt haben, so ist heute eine lange Liste weiterer Ursachen dazugekommen, die eine Organisation, vor allem dann, wenn sie von der Einschätzung der Anleger abhängt, in Bedrängnis bringt.

Die Kunst ist, das Mögliche vorauszudenken, um die Entwicklung abzufangen.

Allerdings ist auch die Zahl der Unternehmen gewachsen, die mit gemischten Teams aus Mitarbeitern und externen Beratern Krisenmanagement als Vorsorge erarbeiten. Zwei jüngste internationale Studien in den USA und in Großbritannien belegen den Wandel bei Krisenursachen und Krisenvorsorge.

 

Mit dem stetig wachsenden Informationsoverflow und dem globalen Agieren der Meinungsbildung sind Arbeitskämpfe, Produktdefekte, Rechtsstreite, Wirtschaftskriminalität, unfreundliche Take-overs, sexuelle Belästigung, ungeeignete Managements, Managemententlassungen oder verfehlte Umsatzziele zu den wesentlichsten Krisenauslösern der 90-er geworden. Anleger reagieren sensibler, als noch vor wenigen Jahren auf derartige Turbulenzen in den Unternehmen, der Widerhall in den Medien überträgt sich bei länger dauernden Problemen auch auf das Konsumverhalten.

Gerade Aktiengesellschaften müssen Krisensimultationsprogramme einsetzen.

Gerade deswegen ist auch die Zahl der Unternehmen gestiegen, die sich auf mögliche Krisen vorbereiten. Eine britische Studie registrierte, daß 70 Prozent der großen britischen Publikumsfirmen Krisenmanagementteams und Trainingsprogramme einsetzen, um eventuelle Auslöser frühzeitig erkennen und einschätzen zu können. Noch vor 5 Jahren haben lediglich 30 Prozent dieser Unternehmenskategorien Krisenmanagement betrieben.

 

Dabei besteht Krisenmanagement (Crisis Preparedness) zum einen in der kontinuierlichen Bewertung existierender Situationen und deren Wahrscheinlichkeit, zur Krise zu werden. Die Mehrzahl der heutigen Krisenursachen entwickeln sich aus bestehenden Unternehmensrisken. Zum anderen betreiben vorausschauende Unternehmen Krisensimultationstrainings, um das Eskalationspotential einer Krise richtig abschätzen und im Fall des Falles ohne den meist üblichen Zeitverlust die richtigen Schritte setzen können. ....

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